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Museum
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Egon Schiele
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IESG
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1911
Seine künstlerische
Eigenständigkeit hat Schiele bereits 1910 erreicht, nicht aber die öffentliche
Anerkennung. Immerhin verfasst 1911 Paris von Gütersloh einen Essay über
Egon, und auch Arthur Roessler veröffentlicht über ihn einen
bebilderten Aufsatz in der Monatsschrift “Bildende Künstler”. Von
April bis Mai kommt es in Wien, in der Galerie Miethke, auch zur ersten
größeren Kollektivausstellung.
Egon Schiele übersiedelt
nach Krumau, der Heimatstadt seiner Mutter. Kurz zuvor macht er
Bekanntschaft mit dem Modell Wally Neuzil, die sein bevorzugtes Modell
und seine Freundin wird. Er geht mit ihr eine freie Lebensgemeinschaft
ein und nimmt sie mit nach Krumau. Dort beginnt eine künstlerisch
ersprießliche Tätigkeit. Bald aber läuft es der kleinstädtischen
Gesinnung zuwider, dass Schiele auch sehr junge Krumauer Mädchen zu
Aktstudien heranzieht und darüber hinaus in “wilder Ehe” mit Wally
lebt. Schiele muss aus Krumau fort und lässt sich nach einer kurzen
Zwischenstation bei seiner Mutter in Wien, in Neulengbach, nahe bei
Wien, nieder. Schiele fällt aber wie in Krumau als Künstler auf.
1912
Am 13. April wird
Schiele in Neulengbach in Untersuchungshaft genommen wegen angeblicher
Entführung einer Minderjährigen und anderer Delikte. 125 erotische
Zeichnungen wurden beschlagnahmt. Am 30. April wird er ins Kreisgericht
nach St. Pölten überstellt. Die Hauptbeschuldigung, eine Minderjährige
verführt zu haben, erweist sich als haltlos. Weil Kinder aber
gelegentlich in Schieles Atelier seine Aktstudien zu Gesicht bekommen,
scheint damit dem Gericht der Tatbestand der “Verbreitung unsittlicher
Zeichnungen” gegeben. Es verurteilt Schiele deswegen zu drei Tagen
Arrest, die aber mit der vierundzwanzigtägigen Untersuchungshaft verbüßt
sind.
Das alles bedeutet für Schiele einen schweren Schock. Die Zeit von
Neulengbach, eine seiner produktivsten Perioden, war auf diese Weise zu
Ende gegangen.
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